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Miszellen Allerlei Wissenswertes und anderes aus den Bereichen Germanistik, Literatur, Philosophie, Technik, Kunst… von Valentin Abgottspon, Staldenried, Schweiz

23Jan/151

Kriegserklärung an Gott

Neulich lag dieser Brief im Briefkasten. Sie meint es wahrscheinlich gut.

Meine Gedanken zu einigen christlichen Liebesbezeugungen: Anonymer Brief voller christlicher Nächstenliebe

Brief zum Neuen Jahr

Brief zum Neuen Jahr

Ungefähre Transkription. Daneben war auch noch ein Sinnsprüchlein von Mutter Teresa zu Weihnachten abgedruckt. Der Brief erreichte mich unter Angabe der Absenderin.

Grüss Gott Valentin Abgottspon,

Sie haben Ihre Kriegserklärung an Gott nicht aufgegeben. Da Sie so unheilbar gottfeindlich sind, werden Sie bei Ihrem Ableben den selbstgewählten Richterspruch akzeptieren müssen. Schade, dass Sie so verbohrt sind. [Unleserlich] hat [unleserlich] der Teufel Freude dran. Wollen sie wirklich in sein Reich folgen?
Ich hoffe mit vielen anderen, dass Gott Ihnen ein eindrückliches Erlebnis beschert, das Sie zur Umkehr bringen wird. Der Segen Gottes möge Ihnen dazu verhelfen.

Mit freundlichem Gruss

R. N.

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Nun musste ich aber lange überlegen, um dem unleserlichen Satz oben doch noch einen Sinn abzugewinnen: Könnten die unerkennbaren Worte „Dann“ und „lediglich“ sein? :-D

    Wie dem auch sei… Es ist ja nicht das einzige sprachliche Problem im Brief: ;-)

    – Eine Kriegserklärung – also eine Art Willenserklärung, mit dem Gegner in den Krieg zu ziehen – ist nämlich ein einzelner Moment, den man nicht „aufgeben“ kann. Aus einer solchen Erklärung folgt logischerweise der Krieg; erst diesen könnte man dann theoretisch aufgeben. Für einen tobenden Krieg ist es allerdings ziemlich ruhig hier im Blog… Zudem: Ein Krieg zwischen einem einzelnen Menschen und Gott scheint mir etwas gar absurd, ungerecht und imaginär.

    – Ebenfalls interessant: Wenn der Briefadressat „unheilbar gottfeindlich“ ist, dann kann er ja gar nichts dagegen machen, der arme Tropf?! :-/ Dann muss Gott ihn so geformt haben und den Empfänger trifft keine Schuld (im Gegensatz zum Schöpfer).

    – Spannend auch, dass das Jüngsten Gericht so modern eingerichtet ist! Wenn man nämlich den Richterspruch bereits während des Lebens selber wählen kann, braucht es im Grunde genommen keine Richter mehr, sondern es reichten auch sprechende Automaten (quasi heilige Siris). Ob es da auch eine Petition dagegen gibt? Für weniger Stellenabbau im Himmel?!

    – Und schliesslich: Es wird ziemlich schwierig, dieses „eindrückliche Erlebnis“ zu finden, da man so ziemlich alles mit logischen, rationalen Argumenten erklären kann. Im Gegenteil: Dieses „eindrückliche Erlebnis“ ist womöglich doch gerade, wenn man durch Bildung und Verstand entlarvt, wie viele Fehler sich in der Bibel und im Christentum verstecken.

    In dem Sinne hoffe ich, dass noch mehr Menschen solche eindrücklichen Erlebnisse (der Vernunft und Logik) erleben dürfen! ;-)

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