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Miszellen Allerlei Wissenswertes und anderes aus den Bereichen Germanistik, Literatur, Philosophie, Technik, Kunst… von Valentin Abgottspon, Staldenried, Schweiz

27Nov/130

«… nun, so werde Nachtwächter …»

Bin neuerdings als Herr/Mann Holle unterwegs.

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Und in der Nachtschicht las ich heute natürlich auch mal wieder die erste Nachtwache von Bonaventura. «Der sterbende Freigeist». (Ich lese in der Edition Lambert Schneider der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt.)

Man kann’s auch hier lesen: http://gutenberg.spiegel.de/buch/450/2

Viele wunderschöne Stellen, z.B. jene, in welcher der nur nachts arbeitende Poet beschrieben wird, welcher eben nur dann wachte, «weil dann seine Gläubiger schliefen und die Musen allein nicht zu den letzten gehörten.»

Schön auch die weiteren Betrachtungen Nachtwächter/Poet und auch die Schilderung des Sterbens des Freigeistes und des Pfaffen-Verhaltens.

Man kann sich’s auch anhören: https://archive.org/details/nachtwachen_ry_librivox

Beim Manuskript und anderen Büroarbeiten kam ich wider erwarten weniger gut vorwärts. Musste die Kanonen zu oft enteisen.

19Feb/120

Fritz Nietzsches Beobachtungen zur Prokrastination

«Jenes verborgene und herrische Etwas, für das wir lange keinen Namen haben, bis es sich endlich als unsre Aufgabe erweist, – dieser Tyrann in uns nimmt eine schreckliche Wiedervergeltung für jeden Versuch, den wir machen, ihm auszuweichen oder zu entschlüpfen, für jede vorzeitige Bescheidung, für jede Gleichsetzung mit solchen, zu denen wir nicht gehören, für jede noch so achtbare Tätigkeit, falls sie uns von unsrer Hauptsache ablenkt, ja für jede Tugend selbst, welche uns gegen die Härte der eigensten Verantwortlichkeit schützen möchte. Krankheit ist jedesmal die Antwort, wenn wir an unsrem Rechte auf unsre Aufgabe zweifeln wollen, – wenn wir anfangen, es uns irgendworin leichter zu machen. Sonderbar und furchtbar zugleich! Unsre Erleichterungen  sind es, die wir am härtesten büßen müssen! Und wollen wir hinterdrein zur Gesundheit zurück, so bleibt uns keine Wahl: wir müssen uns schwerer belasten, als wir je vorher belastet waren...»

–  Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band. Vorrede, 4

Aus der Hanser-Schlechta-Ausgabe zitiert: Friedrich Nietzsche: Werke in sechs Bänden. Zweiter Band. Hg. v. Karl Schlechta. München/Wien: Hanser 1980. S. 740f. [identisch mit der 5. Auflage 1966]

Freilich äussert sich hier Nietzsche nicht ausschliesslich – eigentlich ja nicht einmal vorwiegend – zum Thema Prokrastination, sondern es geht im vielmehr um den allgemeinen Platz, den wir in unserem Leben einnehmen wollen, den Platz, den unser Leben und Schaffen in der Gesell- und Gemeinschaft einzunehmen hat. Aber Prokrastination ist halt ein so schönes Modewort!

PDF-Datei

veröffentlicht unter: Literatur, Philosophie keine Kommentare
27Apr/110

zoon politikon: Gott und die Welt (und das Wallis) inkl. freundlicher Erwähnung meines Lieblingsjuristen Peter Margelist

In der Februar-Ausgabe der Studentenzeitschrift zoon politikon war ich journalistisch tätig*, nicht zu verwechseln mit dem vorzüglichen (womit nicht gesagt sei, dass nicht auch die Zeitschrift vorzüglich sei!) scienceblog des selben Namens, geschrieben von Ali Arbia.

*Ohne Honorar, man schreibt ja für die Ewigkeit und das Literaturarchiv, nicht etwa für Geld. Wie schrieb schon der Klassische im Wilhelm Meister?

Der König, dem das Lied gefiel,
Ließ, ihn zu ehren für sein Spiel,
Eine goldne Kette reichen.

Die goldne Kette gib mir nicht.
[...]
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.

17Apr/110

Valentin Abgottspon und Arno Schmidt im Magazin des Sonntagsblicks, es ostert

Im Magazin des Sonntagsblick am 17. des Aprils im Jahr 2011 unserer Zeitrechnung erschien ein Artikel zu "Der verlorene Glaube". (S. 12 bis 21)

Lesenswert in diesem Zusammenhang ist auch der Artikel auf der FVS-Seite zum Nationalfonds-Projekt.

Andreas Kyriacou, der Präsident der Sektion Zürich der Freidenker-Vereinigung hat übrigens am SonntagsBlick-Talk «Standpunkte» zum Thema «Wie hast Du's mit der Religion?» teilgenommen.

SonntagsblickMagazinVAocrSMk

veröffentlicht unter: Freidenker, Literatur weiterlesen
2Feb/110

vita imitatur artem Hommage an Spitzweg Der arme Poet

Es ist zwar ein etwas unscharfes Handyfoto, trotzdem soll hier dokumentiert sein, dass ich es damals ausreichend witzig fand, in dieser Stellung zu posieren. Das war im November 2006 in Freiburg im Üechtland, court-chemin 15, Dachstockwohnung. Herzlichen Dank an die Fotografin Eva Dietl!

Munchs Schreier habe ich aber nie angemessen realistisch zu imitieren vermocht.

Auf dem Bett liegt übrigens entweder Arno Schmidts Abend mit Goldrand
oder Die Schule der Atheisten.

Das im Hintergrund aufgehängte Bild ist Der arme Poet von Carl Spitzweg.

28Jan/112

Halten Sie lieber Predigten als Wort?

Hier ein E-Mail-Wechsel. Nicht wirklich interes-, teilweise aber hoffentlich amüsant Ich führe ihn hier als Beweis meiner Sanft- und Langmut sowie als Beleg meiner pervasiven Tätigkeit als Volkspädagoge an. Ich gebe den Wechsel hier anonymisiert wieder.

WS am 3. Nov. 2010, 14:49 Uhr:

Hallo Herr Abgottspon,

Hier ist etwas, was Sie einmal überdenken sollten.

Mit lieben Grüssen,

WXXXXX

Dieser Mitteilung angehängt war die Präsentation Ernte.pps, welche ich ja (vielleicht sogar von der selben Person?) auch per Briefpost auf einer CD zugestellt erhalten hatte.

Ich am 15. Nov. 2010, 22:33 Uhr:

Sehr geehrter Herr SXXXXXXXXX,

jetzt hatte ich zwei Wochen Zeit, darüber nachzudenken, und bin immer noch nicht von meinen Grundüberzeugungen abgekommen. Was mache ich bloss falsch?

Waren Sie es übrigens, die mir diese PowerPoint-Datei auch per Briefpost auf CD zukommen liessen?

Mit freundlichen Grüssen, Valentin Abgottspon

10Jan/110

Marcel Reich-Ranicki

"Nur weil Marcel Reich-Ranicki das mal geäussert hat, muss es noch nicht zwangsläufig falsch sein."

Dieser (mein) Ausspruch (getätigt einst in einem Literaturseminar in Freiburg im Üechtland) ist mir eingefallen, als ich neulich Karlheinz Deschners Büchlein Mörder machen Geschichte: Aphorismen
durchlas. Denn: Auch ein blindes Huhn findet einmal ein (Senf-)Korn.

Da steht auf Seite 19:

Praeceptor Germaniae. »Wer dauernd jein sagt, irrt nie.« O doch! Er irrt genau so oft, wie wer dauernd ja sagt oder dauernd nein oder, anders gesagt, wie Marcel Reich-Ranicki. Bleibt er überhaupt in Erinnerung, so bloss, weil er trotz der blamablen Fülle seiner Fehlurteile, ja, ohne auch nur zu ahnen, was Literatur zuerst und vor allem ist, deutscher Literaturpapst werden konnte.

Der Freudschen Psychoanalyse, dem Derridadaismus und insgesamt dem Poststrukturalismus und dem Dekonstruktivismus bin ich ja nicht allzu hold. Zur Wahrheit und zu Wahrheit in Diskussionen insbesondere mit Freudianern oder ähnlichen ist mir mal die Replik eingefallen:

"Nur, weil ich es nicht gerne höre, muss es noch nicht die Wahrheit sein!"